Die Kraft von positiver Sprache im Training und Coaching

Positive Sprache im Training und Workshop: Erreiche maximale Ergebnisse mit positivem Sprachgebrauch

In diesem Blogbeitrag stellen wir Dir nicht nur die Vorteile von positiver Sprache vor, sondern auch von Memogic ausgewählte Expertentipps. Doch bevor wir in die Tiefe gehen, ein Blick auf die Definition. Was genau ist mit “positiver Sprache” eigentlich gemeint?

Positive Sprache zeichnet sich durch positive Ausdrücke und Formulierungen aus, die optimistisch, ermutigend und konstruktiv sind. Dies kann dazu beitragen, eine positive Atmosphäre zu schaffen, Spannungen abzubauen und Konflikte zu vermeiden. Darüber hinaus trägt ein positiver Sprachgebrauch dazu bei, das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl anderer zu stärken und die Beziehungen zu verbessern.

Dein Mehrwert: Durch den Einsatz von positiver Sprache kann sich dein Training erheblich verbessern. Mit folgenden Techniken und dem neuen Hintergrundwissen zur positiven Sprache, bist du bestens gerüstet, um dein Training auf die nächste Stufe zu heben und das Beste in deinen Teilnehmenden zu aktivieren!

Vorteile einer positiven Sprache: Mehrwert für dein Training und Workshop

Verwendest du einen positiven Sprachgebrauch, hast du die Wissenschaft auf deiner Seite. Denn wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Verwendung von positiver Sprache das Selbstwertgefühl, das Selbstvertrauen und die Mitarbeit der angesprochenen Person erhöhen kann. So konnte belegt werden, dass die Verwendung von positiven Formulierungen in Anweisungen zu einem höheren Maß an Engagement bei den Teilnehmenden führte. Eine weitere Studie fand heraus, dass die Verwendung von positiver Sprache auch das Selbstwertgefühl der Lernenden erhöhte und zu einer positiveren Einstellung gegenüber dem Lernen führte (Dweck, Walton, & Cohen, 2014).

Was kannst du konkret tun? (Formulierung von Arbeitsaufträgen, Wahlfreiheit, Zuhörtechniken)

Aber auch ohne einen Blick auf die Wissenschaft, finden sich pragmatische Gründe für einen positiven Sprachgebrauch.  Mit deutlichen und aufbauenden Anweisungen kannst du sicherstellen, dass deine Übungen tiefer bearbeitet werden und dass das Erlernte “hängen bleibt”. Das Verwenden von positiver Sprache schafft zudem eine positive und unterstützende Lernumgebung, die das Lernen insgesamt angenehmer und effektiver macht.

Wir bei Memogic haben uns nicht nur das Ziel gesteckt, die großartige Arbeit von Trainer:innen, Coaches und Facilitatoren durch unser Trainertool effizienter zu  gestalten, und das blitzschnelle Erstellen von Trainingsinhalten zur Tagesordnung zu machen. Auch darüber hinaus möchten wir dich unterstützen, deine Trainings inhaltlich und didaktisch noch besser zu machen.

Expertentipps aus dem Memogic-Team für einen positiven Sprachgebrauch im Training

1. Formulieren von Arbeitsaufträgen

Die Art und Weise, wie du Arbeitsaufträge formulierst, kann einen großen Einfluss darauf haben, wie die Teilnehmenden diese wahrnehmen und ausführen. Statt negative Anweisungen wie “Du sollst nicht…” oder “Vermeide…” zu verwenden, solltest du eine Formulierungen wählen, die klar machen, was du als Ergebnis erwartest. Dies führt zu einem höheren Verständnis und einer stärkeren Motivation der Lernenden. In anderen Worten: auf diese Art und Weise arbeitest Du zielbezogen und hast mehr Einfluss darauf, eine Verhaltensänderung zu erreichen. In der unten stehenden Tabelle findest du einige Beispiele, die dies verdeutlichen.

 

2. Ermöglichen einer Wahlfreiheit

Gerade in der Erwachsenenbildung solltest du eine Ansprache auf Augenhöhe wählen, die deine Teilnehmende in ihrer Rolle als Erwachsene ernst nimmt.  Wissenschaftlich konnte belegt werden, dass die Schaffung von Wahlfreiheit zu einem höheren Engagement der Lernenden führt (Patall, Cooper, & Robinson, 2008). Indem Du den Teilnehmenden die Freiheit ermöglichst,  eigene Entscheidungen zu treffen, haben sie ein stärkeres Gefühl der Kontrolle über und Beteiligung im Lernprozess. Du fragst dich, wie ein konkretes Beispiel aussehen könnte? Hier sind 3 Ideen:

  • Abfrage von Erwartungen zu Beginn eines Trainings und Abgleich mit der vorbereiteten Agenda zwecks Erwartungsmanagement
  • Verschiedene Optionen der Trainingsinteraktion zur Auswahl stellen, aus der die Gruppe wählen darf
  • Selbstverantwortung stärken, indem Pausen und Themen mitbestimmt werden dürfen

3. Anwenden von Zuhörtechniken

Du kennst sicher den Spruch “Reden ist silber, Zuhören ist gold”? In diesem Expertentipp geht es um den Perspektivwechsel, denn gutes Zuhören kann ebenfalls einen großen Einfluss auf dein Training haben. Die Verwendung von Zuhörtechniken wie beispielsweise Zusammenfassungen und Nachfragen ein besseres Verständnis zwischen Sprechern und Zuhörern zu schaffen und die Qualität des Austauschs zu verbessern.

Ob bei eher stillen oder auch redestarken Teilnehmer:innen: Höre aufmerksam zu und wertschätze jeden Beitrag. So baust du eine Beziehung zu deiner Trainingsgruppe auf und unterstützt ihr Empfinden in einem sicheren Raum zu sein, in dem sich jede:r mitteilen kann.

Um Redebeiträge einzufangen oder auch zu bestärken, könntest du folgende Formulierung wählen:

  • “Es ist sehr deutlich, wie sehr dich das Thema beschäftigt. Danke fürs Teilen. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass…” + Überleitung zum eigentlichen Thema
  • “Vielen Dank, dass du deine Erfahrungen so offen mit uns teilst. Mich würde nun interessieren, ob auch andere im Raum ein Beispiel oder Erlebnis ergänzen wollen?”
  • “Ich merke, diese Übung hat euch herausgefordert. Das ist bei einem solch komplexen Thema absolut nachvollziehbar. Ich möchte euch ermutigen, dran zu bleiben und es im Nachgang noch mal zu probieren.

Die Auswirkungen positiver Sprache auf das Gehirn

Wie du feststellen kannst, hat die Verwendung von positiver Sprache eine vorteilhafte Auswirkung auf das Verhalten und die Motivation. Aber nicht nur das, auch unser Gehirn selbst profitiert! Denn durch die Verwendung von positiver Sprache wird im Gehirn der Bereich aktiviert, der mit erhöhtem Selbstvertrauen und positiven Emotionen assoziiert ist. Dadurch erfolgt eine erhöhte Aktivierung der Belohnungszentren im Gehirn, was wie eine positive Verstärkung wirkt .

Im Worst Case haben negative Anweisungen oder kritisches Feedback im Gehirn dieselbe Wirkung wie eine tatsächliche Bedrohung. Dies kann Angst oder Stress auslösen, was das Lernen erschwert (mehr dazu bei Blascovich, Mendes, Hunter, & Salomon, 1999).

Sender-Empfänger-Prinzip: Kommunikation mit positiver Sprache im Training

Es geht um das, was ankommt – nicht das, was du vorhast zu sagen

Im Kontext von positiver Sprache zählt das Sender-Empfänger-Prinzip nach Schulz von Thun. Es zählt weniger, was du vorhast mitzuteilen, sondern das, was am Ende bei deiner Trainingsgruppe ankommt. Und das setzt voraus, dass du dir einerseits ab jetzt konkrete Gedanken machst, wie du deine Teilnehmenden ansprichst und zur Mitarbeit ermunterst. Ebenfalls geht es darum, dass du dich kontinuierlich für einen partnerschaftlichen Austausch entscheidest. Dieser ist durch Wertschätzung und Lenkung geprägt, d.h. einem respektvollen Diskurs auf Augenhöhe als auch einer aktiven Übernahme von Führung aus deiner Trainerrolle heraus.

Grafik eigene Darstellung nach Weisbach, “Professionelle Gesprächsführung” – übrigens eine super Buchempfehlung für dieses Thema (2 Dimensionen: Wertschätzung vs. Geringschätzung und Einräumen von Freiheit und Lenkung, ergibt 4 Felder des Gesprächstils:

 

Zusammenfassung: Positive Sprache im Training

Insgesamt hat die Verwendung von positiver Sprache einen großen Einfluss auf das Trainingserlebnis. Durch die bewusste Verwendung von positiven Formulierungen bei Arbeitsaufträgen, die Schaffung von Wahlfreiheit und die Anwendung von Zuhörtechniken hast du es in der Hand, dass Teilnehmer:innen motiviert und engagiert bleiben. Und auch deine Haltung mit der du in deiner Trainerrolle agierst, ist nicht zu vernachlässigen.

Wir von Memogic hoffen, dir den Einsatz einer positiveren Sprache einerseits näher gebracht und darüber hinaus auch schmackhaft gemacht zu haben. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Ausprobieren lohnt sich! Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Teilnehmer:innen mit einer sichtbar höheren Bereitschaft im Training dabei sind und sich dies auch im Trainingstransfer zeigt. Mit diesen Techniken und dem neuen Hintergrundwissen zur positiven Sprache bist du nun bestens gerüstet, um dein Training auf die nächste Stufe zu heben und das Beste in deinen Teilnehmenden zu aktivieren!

Kennst Du spannende Übungen zu diesem Thema? Hast Du Erfahrungen zum positiven Sprachgebrauch gemacht? Wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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